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Wenn Erinnerungen verblassen – und die Liebe bleibt

„Mama erkennt mich manchmal nicht mehr.“

Ein Satz, den viele Angehörige von Menschen mit Demenz irgendwann aussprechen. Oft leise. Oft mit Tränen in den Augen. Und fast immer begleitet von einer Mischung aus Trauer, Hilflosigkeit und Schuldgefühlen.


Demenz verändert vieles.


Sie verändert Gespräche. Sie verändert Gewohnheiten. Sie verändert Familienrollen.

Und manchmal fühlt es sich an, als würde man einen geliebten Menschen Stück für Stück verlieren, obwohl er noch da ist.


Während ich das Buch Wohngemeinschaften von Isabel Bogdan gelesen habe, wurde mir wieder bewusst, wie wenig wir eigentlich über die Gefühlswelt von Menschen mit Demenz sprechen.

Wir sprechen über Pflegegrade. Über Medikamente. Über Termine. Über Organisation.

Aber wir sprechen viel zu selten darüber, wie es sich anfühlen könnte, wenn die eigene Welt langsam unsicher wird.

Wie muss es sein, wenn vertraute Namen plötzlich verschwimmen? Wenn Räume fremd wirken? Wenn man spürt, dass etwas nicht stimmt, aber nicht genau benennen kann, was es ist?


Und gleichzeitig sprechen wir auch viel zu selten darüber, wie es den Angehörigen geht.

Den Töchtern. Den Söhnen. Den Partnern.

Menschen, die oft versuchen, alles richtig zu machen.

Die nachts wachliegen und grübeln.

Die sich fragen, ob sie geduldiger sein müssten.

Die erschöpft sind und sich dafür schämen.

Die traurig sind und glauben, stark sein zu müssen.

Vielleicht erkennst du dich darin wieder.

Dann möchte ich dir etwas sagen:

Du bist nicht allein.


Viele Angehörige erleben dieselben Gefühle.

Die Überforderung.

Die Unsicherheit.

Die Wut.

Die Traurigkeit.

Die Angst vor der Zukunft.

Und gleichzeitig die tiefe Liebe zu dem Menschen, den sie begleiten.


Was mir in meiner Arbeit immer wieder begegnet:

Viele Angehörige konzentrieren sich verständlicherweise auf das, was verloren geht.

Die Fähigkeiten. Die Erinnerungen. Die Selbstständigkeit.

Doch zwischen all diesen Verlusten gibt es sie immer noch:

Die guten Momente.

Ein Lächeln.

Ein vertrauter Blick.

Ein gemeinsames Lied.

Eine Umarmung.

Ein kurzer Augenblick von Nähe.

Diese Momente können wir nicht erzwingen.

Aber wir können lernen, ihnen mehr Raum zu geben, wir können lernen solche Momente bewusst einzuladen.


Ich erinnere mich noch gut an meine Oma.

Oft wurde sie nur noch gefragt, ob sie gegessen hat, ob sie ihre Medikamente genommen hat oder ob sie etwas braucht.

Doch meine Oma wollte nicht nur versorgt werden.

Sie wollte weiterhin Oma, Mutter, Vertraute sein.

Deshalb habe ich ihr auch von meinen Sorgen erzählt. Von meinen Herausforderungen. Von Dingen, die mich beschäftigt haben.

Und jedes Mal passierte etwas Wunderschönes.

Für einen Moment war sie nicht die Frau mit Demenz.

Für einen Moment war sie wieder meine Oma.

Sie hörte zu, gab mir Ratschläge, spendete Trost und fühlte sich gebraucht. In diesen Momenten war sie komplett klar!!!


Einmal sagte sie zu mir einen Satz, den ich nie vergessen werde:

„Ich sitze hier oft auf meinem trostlosen Platz meiner Loge und schaue auf die Bühne meines eigenen Lebens, das nicht mehr wiedererkenne. Das ich nicht mehr lebe.“

Dieser Satz hat mich tief berührt.

Denn plötzlich verstand ich: Hinter der Diagnose steckt immer noch ein Mensch mit Erinnerungen, Erfahrungen, Bedürfnissen und dem Wunsch, dazuzugehören. Und oft Grenzen wir aus, wie in der Loge – die von außen luxuriös wirkt.

Vielleicht können wir nicht alle Erinnerungen bewahren. Nicht alle Zügel loslassen.

Aber wir können Menschen das Gefühl geben, weiterhin wichtig zu sein.

Und manchmal entstehen genau in diesen Momenten die wertvollsten Begegnungen.

 

Wir können lernen, nicht nur die Krankheit zu sehen, sondern auch den Menschen.

Nicht nur die Herausforderungen, sondern auch die Verbindung.

Nicht nur die Angst vor morgen, sondern auch das, was heute noch möglich ist.

Genau deshalb ist Wissen so wichtig.

Denn wer versteht, was bei Demenz geschieht, kann vieles anders einordnen.

Und wer lernt, sich selbst als Angehöriger nicht zu vergessen, kann langfristig besser begleiten.


Demenz betrifft niemals nur eine Person.

Sie betrifft immer ein ganzes System.

Und deshalb verdienen auch Angehörige Unterstützung, Verständnis und einen geschützten Raum für ihre Fragen, Sorgen und Gefühle.


Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, dir diesen Raum zu schenken.

Wenn du lernen möchtest, wie du deinen Angehörigen begleiten kannst, ohne selbst auszubrennen, wie du schwierige Situationen besser verstehst und wie trotz aller Herausforderungen wieder mehr Leichtigkeit, Verbindung und wertvolle Momente entstehen können, dann lade ich dich herzlich zu meinem Webinar ein.


Denn niemand sollte diesen Weg alleine gehen müssen.


Du musst nicht alles alleine herausfinden. Hol dir Wissen, Verständnis und neue Perspektiven für euren gemeinsamen Weg.


Zum kostenlosen Webinar:

 



 
 
 

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